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"Mrożek tribute"
im Pygmalion Theater Wien


in einem gemeinsamen Projekt mit dem


Polnischen Institut Wien


Mrożek tribute

Im Juni 2015 gedenken wir des 85. Geburtstags Sławomir Mrożeks, im August jährt sich sein Tod zum zweiten Mal:

Sławomir Mrożek (29. 6. 1930 – 15. 8. 2013)

Mrożeks 02. Todestag (15. 8. 2015)
Mrożeks 85. Geburtstag (29. 6. 2015)

Als Vorbereitung auf diese beiden Gedenktage im Sommer findet im April 2015 ein verdichteter Fokus zu seinen Ehren statt, der eine intensive Beschäftigung mit diesem Meister des Theaters des Absurden und seinen Botschaften für unsere Zeit ermöglicht.
Der bedeutende Vertreter des Theaters des Absurden und Grotesken hat zu allen gesellschaftlichen Problemen der Jetztzeit gültige Beiträge hinterlassen, die unerbittlich unangenehme Analysen liefern, und unsere Hintergründe für die Geschehnisse und Entwicklungen demaskieren.

Weiters soll den Fragen nachgegangen werden:
• Wie ging es nach seiner Generation in der polnischen Bühnen-Literatur weiter?
• Welche seiner Prophezeiungen gingen in Erfüllung?


Es wird ein Fest zu Ehren Sławomir Mrożeks stattfinden, das vor allem in der Präsentation eines Überblicks über sein Bühnenschaffen bestehen soll.


Das Programm im Detail:


4 Premieren
3 Podiumsdiskussionen
1 Filmpräsentation
1 Vernissage
1 Jazzempfang

Diese Theaterproduktionen werden im Rahmenprogramm von weiteren Veranstaltungen begleitet, die teils erläuternden, teils den Blick erweiternden Charakter haben, und auch einen Ausblick in die Auswirkung der Mrozek'schen Sichtweise in eine zukünftige Entwicklung bieten.


Vorstellungsplan:


Mi, 08. April 2015:
19.00 Uhr Vorpremiere "Auf hoher See" mit Sektempfang
20.30 Uhr Podiumsdiskussion: "Mrożek: Theater und Politik"

Do, 09. April 2015:
19.00 Uhr Vernissage: "Das polnische Theater-Plakat"
mit Sektempfang
20.00 Uhr Premiere "Auf hoher See"
21.30 Uhr Get-together

Fr, 10. April 2015:
19.00 Uhr Filmvorführung: "Die fabelhafte Welt von Tadeusz Kantor" - Ausschnitte aus Tadeusz Kantors theatralischem Schaffen - Erläuterungen zu Kantors theatralischer Richtung
20.30 Uhr Vorpremiere "Striptease"

Sa, 11. April 2015:
19.00 Uhr Sektempfang
20.00 Uhr Premiere "Striptease"
21.30 Uhr Get-together


Di, 14. April 2015:
19.30 Uhr Podiumsdiskussion: "Brücke oder Mauer? Polnisches und österreichisches Theaterfeld" – am Polnischen Institut Wien

Mi, 15. April 2015:
20.00 Uhr Vorpremiere "Nochmal von vorn"

Do, 16. April 2015:
19.00 Uhr Jazz mit Sektempfang
20.00 Uhr Premiere "Nochmal von vorn"
21.30 Uhr Get-together


Fr, 17. April 2015:
19.00 Uhr Vorpremiere "Mrożek Revue"
20.30 Uhr Podiumsdiskussion: "Das polnische Theater und seine wichtigsten VertreterInnen unter besonderer Berücksichtigung des Lebens und Wirkens von Tadeusz Kantor"

Sa, 18. April 2015:
19.00 Uhr Sektempfang
20.00 Uhr Premiere "Mrożek Revue"
21.30 Uhr Get-together


Mi, 22. April 2015:
20.00 Uhr Vorstellung "Striptease"

Do, 23. April 2015:
20.00 Uhr Vorstellung "Mrozek Revue"

Fr, 24. April 2015:
20.00 Uhr Vorstellung "Nochmal von vorn"

Sa, 25. April 2015:
20.00 Uhr Vorstellung "Auf hoher See"



Premieren:

 

"Auf hoher See" von Sławomir Mrożek

Synopsis
Die Ausgangssituation ist unumstößlich: Drei Schiffbrüchige befinden sich auf einem Floß, alle Lebensmittelvorräte sind aufgebraucht, Hilfe ist nicht in Sicht. Was also tun? Einer muss gegessen werden. Auf hintersinnige Art und Weise wird aufgezeigt, wie hilflos sich ein Individuum einem Machtgefüge gegenübersteht, in welchem Moral und persönliche Freiheit keine Rolle mehr spielen.
Die ins Treffen geführten Argumente der Schiffbrüchigen lösen den Menschen aus seiner vermeintlich gesellschaftlichen Sicherheit, basierend auf Menschlichkeit, Kameradschaft und demokratischer Gesinnung, heraus.
Gelingt es, mittels eines falschen Freiheitsbegriffes eine Lösung zu finden?

Besetzung:
DER SCHMÄCHTIGE – Philipp KAPLAN
DER MITTLERE – Paul GRUBER
DER DICKE – Reinhold GUGLER

Regie & Bühne:
Angelika WILLAM-LOACKER



Bildergalerie
 
"Striptease" von Sławomir Mrożek

Synopsis
Zwei Herren werden in Säcken von Unbekannten in einem Raum abgeladen. Schließlich stellen sie fest, dass sie den Raum nicht verlassen dürfen, während die Türe zum Ausgang weit offen steht.
Einer der beiden, der Intellektuelle, beharrt darauf, dass sein freier Wille im Nichtstun Vollendung findet, während der Aktivist bereit ist zu protestieren, sich um jeden Preis aufzulehnen, um seinen Willen durchzusetzen.
Werden sie den Raum in die Freiheit verlassen, oder lassen sie sich von ihren Ängsten beeinflussen, und bleiben sie eingeschlossen in einem offenen Raum?

Besetzung:
ERSTER HERR – Paul GRUBER
ZWEITER HERR – David IGNJATOVIC

Regie & Bühne:
Beáta GERENDÁS

Bildergalerie
 
"Nochmal von vorn" von Sławomir Mrożek
Synopsis
Um seinen Machthunger zu befriedigen, bringt Papa seine Schwiegertochter für ein ungestörtes Tête-à-Tête in eine Räumlichkeit aus vergangenen Tagen.
Seine Erinnerungen holen jedoch auch ein machthungriges Gespenst, dem er in jungen Jahren mit Leib und Seele verfallen war, aus seiner Vergangenheit in ihre Gegenwart. Und die Schwiegertochter hat ihre eigenen Machtpläne. Dann taucht plötzlich auch noch sein Sohn auf.
Wer wird sich letztendlich behaupten?

Besetzung:
PAPA – Philipp LERNBAß
SIE – Chiara HUNSKI
DER KLEINE – Paul GRUBER
GESPENST – David IGNJATOVIC

Regie & Bühne:
Reinhold GUGLER



"Mrożek Revue" mit Werken von Sławomir Mrożek
Als Abschluss der Mrożek-Wochen ist dann die Premiere einer "Mrożek Revue" (in der Bühnenfassung und Regie von Ches Themann) vorgesehen, die eine Collage von Highlights aus in Österreich weniger bekannten Werken Mrożeks darstellt, die top-aktuelle Bezüge zu Themen der heutigen Zeit beinhalten, und so die Gültigkeit von Mrożeks Beobachtungsgabe bis in die heutige Zeit belegen (Behördenschikanen, Behördentransparenz, Revolutionen aus der Bevölkerung gegen herrschende totalitäre Regime, geheimdienstliche Beobachtung des Bürgers und Datenschutz, Recht auf eigene Bestimmung des Lebensendes, gleichgeschlechtliche Partnerschaft, kommerzielle Reality-formate im TV [mit oder ohne Wissen der betroffenen Menschen], Finanzkrise, und andere aktuelle Probleme und Themen der heutigen Gesellschaft).


Mit:
David IGNJATOVIC, Philipp LERNBAß, Julia BALDESSARI, Niyazi TEKIN, Daniel GAVRIS, Madeleine STEINWENDER, Héctor Naranjo GÀMEZ, Valentina GRILLO, Daniela NEICHL und Chiara HUNSKI


Zusammenstellung:
Ches THEMANN

Regie & Bühne:
Ches THEMANN



Podiumsdiskussionen

Unter Beteiligung von Experten des PAN und des Polnischen Instituts sowie ExpertInnen aus der Forschung und Theaterpraxis) werden drei Diskussionsrunden stattfinden:
Zwei Diskussionsrunden werden im Pygmalion Theater im Anschluss an zwei Vorpremieren (der Inszenierungen von "Auf hoher See" sowie der "Mrożek Revue") veranstaltet, und widmen sich folgenden Fragestellungen:

Mi, 08. April 2015:
"Mrożek: Theater und Politik"

Fr, 17. April 2015:
"Das polnische Theater und seine wichtigsten VertreterInnen unter besonderer Berücksichtigung des Lebens und Wirkens von Tadeusz Kantor"


Eine Diskussionsrunde, chronologisch betrachtet die zweite, wird in den Räumlichkeiten des Polnischen Instituts Wien (Am Gestade 7, A-1010 Wien) veranstaltet, und widmet sich dem Thema:

Di, 14. April 2015:
"Brücke oder Mauer? Polnisches und österreichisches Theaterfeld" – am Polnischen Institut Wien



Filmvorführung

"Die fabelhafte Welt von Tadeusz Kantor"
"Für die polnische Kunst ist Kantor, was Joseph Beuys für die deutsche und Andy Warhol für die amerikanische Kunst ist" [Kurator Jarosław Suchan der Ausstellung Tadeusz Kantor. Niemożliwe (Tadeusz Kantor. Unmöglich)].
Diesem Zitat schließt sich das Projekt-Team mit Hochachtung an, und würdigt die künstlerisch-politische Auseinandersetzung mit Sławomir Mrożek mit einem Beitrag über den 1990 in Krakau verstorbenen, großen Theaterregisseur Tadeusz Kantor, dem durch einen Beschluss der polnischen Sejm das Jahr 2015 gewidmet ist: ""Der Sejm der Republik Polen ernennt das Jahr 2015 – in der Überzeugung seiner außergewöhnlichen Geschichte sowie Rolle, die es im gegenwärtigen Leben unseres Landes spielt – zum Jahr des Polnischen Theaters". [http://www.polen-pl.eu/tadeusz-kantor-jahr-2015]



Jazz-Empfang

 



Vernissage

"Das polnische Theater-Plakat"